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Ghost in the Shell (攻殻機動隊, Kōkaku Kidōtai?) ist ein Manga von Masamune Shirow von 1989, der mehrfach als Anime umgesetzt wurde. Die Umsetzung als Anime von Mamoru Oshii aus dem Jahr 1995 gilt zusammen mit Akira als klassisches Beispiel eines Science-Fiction-Anime und war maßgeblich für die zunehmende internationale Popularität von Animes verantwortlich.[1]

HandlungBearbeiten

Im Jahr 2029 sind viele Menschen Cyborgs, die ihren Körper ganz oder teilweise durch künstliche Implantate ersetzt haben. Sogar das Gehirn lässt sich bis auf einige wenige Zellen durch ein sogenanntes Cyberbrain ersetzen. Verpackt in einer Biokapsel (der sogenannten Shell) stecken in jedem Cyborg menschliche Gehirnzellen mit seinem Geist (Ghost), der Identität und seiner Persönlichkeit.

Umso bedrohlicher ist daher das Auftauchen eines unbekannten Hackers, der seinen Namen Puppetmaster (engl. für Puppenspieler) der Tatsache verdankt, dass er die Sicherheitsbarrieren der Shell überwinden und einen Ghost mit seinem künstlichen Körper kontrollieren kann. Seine Opfer verlieren ihre Identität und begehen Verbrechen für ihn oder seine unbekannten Auftraggeber.

Nachdem er staatstragende Persönlichkeiten unter seine Kontrolle gebracht hat und somit die Politik manipuliert, wird die Sektion 9 mit der Suche nach dem Puppetmaster beauftragt. Doch alle gefassten Personen haben keine Erinnerungen mehr an ihre Taten.

Major Motoko Kusanagi betrachtet diese Bedrohung sehr persönlich: Durch ihre Arbeit für die streng geheime Sektion 9, den Problembeseitigern des Innenministeriums, hat sie zwar einen hochmodernen Cyborg-Körper mit übermenschlichen Kräften, dagegen ist ihr Ghost, ihre Identität, ihr einzig verbliebenes Originalteil nicht ersetzbar. Kusanagi sucht für sich nach der Antwort nach dem Leben. Für sie selbst, in einem künstlichen Körper mit einem künstlichen Gehirn, ist sie kein echter Mensch mehr. Aber sie wurde überzeugt, immer noch einer zu sein.

Wie sich in den Ermittlungen herausstellt, ist der Puppetmaster ein Ghost, der aus unerklärlichen Gründen aus dem Netzwerk selbst entstanden ist. Er besitzt kein organisches Gehirn, das sich in einer Shell oder einem Körper befindet. Letztendlich findet Kusanagi eine Antwort und wird von Batou in einem anderen Körper reaktiviert, da ihre alte Shell zerstört wird.

HauptfigurenBearbeiten

Motoko Kusanagi Bearbeiten

Motoko Kusanagi (草薙素子, Kusanagi Motoko?) ist eine Frau, die seit ihrer frühesten Kindheit einen vollständig künstlichen Körper besitzt. Bei Sektion 9 arbeitet sie als Einsatzleiterin im Rang eines Majors und ist im Einsatz selbst auf Nahkampf und Hacken spezialisiert. Während sie anfangs wenig Respekt gegenüber ihrem Vorgesetzten Aramaki zeigt und allgemein fröhlicher und aggressiver Natur ist, zeigt sich auch die Auseinandersetzung, ob ein künstlicher Körper überhaupt noch ein richtiger Mensch ist.

Batou Bearbeiten

Batou (バトー, Batō?) ist ein Kriegsveteran mit einer teilweise manischen Persönlichkeit. Besonders auffällig sind seine beiden künstlichen Augen, die wie aufgesetzte Kameraobjektive wirken.

Seine Person ist in allen Geschichten größtenteils identisch. Entgegen seiner Position als harter Kämpfer besitzt er aber auch ein weiches Herz. Er ist der Mensch an Kusanagis Seite, mit dem sie immer wieder tiefer gehende Unterhaltungen führt, da sie beide praktisch vollständige Cyborgs sind. In der ersten Staffel wird erwähnt, dass er früher für die USA in Südamerika als Guerrillasoldat kämpfte.

Er besitzt immer kleine Vorlieben. So schätzt er im ersten Film die Unterhaltungen mit Major Kusanagi. In der Fortsetzung hat er sich einen Hund zugelegt, da Kusanagi zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als Person in seiner Umgebung vorhanden ist. Auch tritt seine Vorliebe für klassische Oldtimer in Erscheinung. In der Serie kauft er sich regelmäßig Trainingsgeräte, obwohl er seinen Cyborgkörper nicht zu trainieren bräuchte.

In der Serie wachsen ihm die Tachikoma, die KI-unterstützten, vierbeinigen Kampfpanzer, ans Herz. Auch hier wird seine Vorliebe zu Autos hervorgehoben, von heutigen Sportwagen, die zum Zeitpunkt der Handlung ebenfalls Oldtimer sind.

Togusa Bearbeiten

Togusa (トグサ?) ist ein ehemaliger Polizeibeamter, der zu Beginn bereits bei der Sektion 9 arbeitet. Er wurde von Kusanagi ins Team genommen, um für eine gezielte Unordnung zu sorgen, da er als einziger kaum kybernetische Körperteile besitzt und eine Familie hat.

Zunächst als Anfänger, der immer wieder bei Einsätzen geschützt wird, entwickelt sich sein Charakter stetig weiter. Im zweiten Film ermittelt er zusammen mit Batou als Partner.

In der Serie entwickelt er sich ähnlich weiter. Nachdem der Major die Einheit nach dem Ende der zweiten Staffel verlassen hat, übernimmt er ihren Posten in dem Film „Solid State Society“. Togusa wird oftmals als "unveränderter" Mensch betrachtet, obwohl er ein "Cyberbrain" besitzt (ein kybernetisch verbessertes Gehirn). Er ist somit (abgesehen von Daisuke Aramaki, welcher kein Cyborg ist) das "natürlichste" Mitglied der Sektion 9.

Daisuke Aramaki Bearbeiten

Daisuke Aramaki (荒巻大輔, Aramaki Daisuke?) ist ein älterer Mann und Leiter der Sektion 9. Er ist selbst ohne Familie und lebt für seine Arbeit und für seine Untergebenen.

In der Vorlage nimmt er Kusanagis Äußerungen noch sehr persönlich, besitzt einen cholerischen Charakterzug, und ist auch auf seine Untergebenen nicht immer gut zu sprechen.

In den Filmen und der Serie ist dies wegen der unterschiedlichen Beziehung von ihm gegenüber Major Kusanagi nicht der Fall. Dort ist er die Autorität der Sektion 9 und versucht stets seine Leute vor Gefahren zu schützen, die sich durch Regierung und Geheimdienste im Laufe der Handlung ergeben. Hier wird auch bekannt, dass er einen Bruder namens Jousuke hat. Daisuke ist das einzige Mitglied der Sektion 9, welches kein Cyborg ist (d. h. er hat keine kybernetischen Erweiterungen oder Verbesserungen in seinem Körper).

Fuchikoma, Tachikoma, Uchikoma und Logikoma Bearbeiten

Sie sind spinnenähnliche Kampfpanzer mit einer eigenständigen KI, die in den verschiedenen Versionen auftauchen.

Die Fuchikoma (フチコマ?) sind Kampfpanzer, die nur im Manga auftauchen. Dort liefern sie die grundlegenden Charaktereigenschaften für die in der Serie auftauchenden Tachikoma. Ihr Name verweist auf das mythologische Pferd Ama-no-fuchigoma von Susanoo.

Die Tachikoma (タチコマ?) aus dem Serienuniversum Stand Alone Complex tauchen weder im Manga noch in den Kinofilmen auf. Normalerweise besitzen sie eine hellblaue Farbgebung, nach der zwischenzeitlichen Ausmusterung oder im Cyberspace auch individuelle Farben. Bei ihnen werden einige vermeintliche Fehler ihrer leistungsfähigen KI thematisiert, die sie untereinander mehr zum diskutieren und philosophieren bewegt, sich über Leben und Tod Gedanken zu machen und ihre eigentliche Aufgabe als „Tötungsmaschine“ in Frage zu stellen. Dieses wird von Major Kusanagi misstrauisch beobachtet. Nachdem ein Tachikoma aus Neugier aus der Sektion 9 ausbricht und durch die Stadt zieht, werden sie außer Dienst gestellt. Allerdings beweisen sie durch ihre Aufopferung für Batou, dass sie mehr sein müssen als nur fehlerhafte Entwicklungen. Nachdem ihre KI am Ende von 2nd GIG vernichtet wird, werden sie bei der Sektion 9 durch die Uchikoma ersetzt. Motoko Kusanagi selbst benutzt ein Backup ihrer KI mit ihrem eigenen Ghost, die ihr helfen die Solid State Society aufzudecken. Im Laufe dieser Geschichte bekommen sie wieder ihre alten Körper zurück.

Die Uchikoma (ウチコマ?) sind die olivgrünen Nachfolgemodelle der Tachikoma und scheinen nicht mehr mit deren „ausufernden“ KI ausgestattet zu sein. Sie tauchen das erste Mal in der letzten Folge der zweiten Staffel auf und sind ebenfalls im späteren Fernsehfilm präsent. In der deutschen Fassung wurden sie dagegen ebenfalls als Tachikoma bezeichnet.

Die Logikoma sind die roten Vorgängermodell der Tachikoma, die in Arise auftauchen. Sie verhalten sich ähnlich wie die Tachikoma.

Puppetmaster Bearbeiten

Er ist der Antagonist zu Motoko Kusanagi, der namentlich in der grundlegenden Handlung des ersten Manga, dem ersten Kinofilm und im Fernsehfilm Solid State Society auftritt. In allen Geschichten handelt es sich um einen Ghost oder eine Lebensform, die im Netzwerk lebt. Ob es sich um eine künstliche Intelligenz oder um ein zufällig entstandenes Bewusstsein handelt, wird nicht eindeutig geklärt.

Auch wenn sich die Umstände im Manga, dem Kinofilm und dem Fernsehfilm unterscheiden, so geht Major Kusanagi am Ende immer eine Verbindung ein, die sich im Resultat ebenfalls unterschiedlich auswirkt.


MangaBearbeiten

Ghost in the Shell (1989 - 1990)

Der erste Manga erschien bereits 1995 in Japan und gliedert sich in elf Kapitel, welche später beim deutschen Release in drei Bände zusammengefasst wurden.

Ghost in the Shell 1.5 - Human Error Processor (1991 - 1996)

Es folgt später, in größeren Publikationsabständen, mit "Ghost in the Shell 1.5 - Human Error Processor" eine Sammlung von vier Kurzgeschichten, welche in Deutschland mit einer CD als Beilage erschienen, welche die Kurzgeschichten mit Musik und kleineren Animationen zeigen.

Ghost in the Shell 2 - Manmachine Interface (2000)

Mit der Erstausgabe der Mangafortsetzung erhielten die Käufer nicht nur einen beinah vollständig colorierten Manga, sondern auch eine Actionfigur von Motoko Kusanagi. Die limitierte Auflage enthielt zudem nicht veröffentliche Bilder und ein Mousepad.

AnimeBearbeiten

Basierend auf den Grundlagen des Manga, wurden verschiedene Animeserien und Filme produziert:

Ghost in the Shell (Serie, 1995)

Ghost in the Shell 2: Innocence (Film, 2004)

Ghost in the Shell: Stand Alone Complex (Serie, 2002)

Ghost in the Shell: S.A.C. 2nd GIG (Serie, 2004-2005)

Ghost in the Shell: S.A.C. Solid State Society (Film, 2006)

Ghost in the Shell: Arise (Serie und Recap-Filme, 2013–2014)

NewsBearbeiten

BilderBearbeiten

Videos/TrailerBearbeiten

Ghost in the Shell 2 - German Trailer02:08

Ghost in the Shell 2 - German Trailer

Referenzen Bearbeiten

  1. Ghost in the Shell

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